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Meinungsverschiedenheiten: Torsten Teichert soll Posten räumen
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Murphy & Spitz: Genussrecht Sonne + Wind 2018

Semi-Blindpool ohne klare Investitionskriterien

05.05.2013, von fondstelegramm
ftx - aktuelle News
  • Meinungsverschiedenheiten: Torsten Teichert soll Posten räumen

    Der Aufsichtsrat der Lloyd Fonds AG will mit seinem Vorstandsvorsitzenden Torsten Teichert über die vorzeitige Beendigung dessen Vertrags verhandeln. Gegen einen goldenen Handschlag in Höhe eines mittleren bis hohen sechsstelligen Betrags soll er bereits zum Ende dieses Jahres seinen Posten räumen und dem bisherigen Vize, Klaus Pinter, das Ruder überlassen. Dabei hat Teichert noch im Sommer dieses Jahres seinen Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert bekommen. Als Hintergrund gibt das Untenehmen "Meinungsverschiedenheiten zu operativen und strategischen Fragestellungen" an. Die Ablösesumme, so kündigt das Unternehmen vorsorglich an, wird das einstweilen kommunizierte Unternehmensergebnis empfindlich schmälern. Der Dienstälteste im Aufsichtsrat, sein stellvertretender Vorsitzender Thomas Duhnkrack, hat im Zuge dieses Aufsichtsratsbeschlusses angekündigt, sein Mandat niederzulegen. (13.12.2017)
  • Patrizia erwirbt Pflegeheim für Spezialfonds

    Die Patrizia Immobilien AG hat im hessischen Bad Camberg für den von ihr verwalteten Spezialfonds "Patrizia Pflege-Invest Deutschland I" ein Pflegeheim-Projekt mit 117 Betreuungsplätzen erworben. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2018 beginnen und die Immobilie nach Fertigstellung für 25 Jahre an Cura Sana verpachtet werden. Verkäufer und Generalunternehmer sind Gesellschaften der K&S Gruppe. Rund zwei Dutzend deutsche institutionelle Investoren wie Sparkassen, Pensionsfonds und Versicherungen sind über den Patrizia-Fonds in Pflegeimmobilien investiert. Er hat ein Zielvolumen von 500 Millionen Euro, 360 Millionen Euro sind derzeit in 29 Pflegeheime investiert.
  • LHI erwirbt 4 Windparks in Deutschland und Frankreich

    Die LHI Gruppe hat im zweiten Halbjahr 2017 vier Windparks mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 140 Millionen Euro und 66 Megawatt Nennleistung erworben. In Deutschland handelt es sich um Windparks in Hessen und Sachsen-Anhalt mit insgesamt rund 40 Megawatt Leistung. Die französischen Windparks befinden sich in den Regionen Hauts-de-France und Auvergne-Rhône-Alpes und haben zusammen eine Leistung von 26 Megawatt. In den vier Windparks stehen insgesamt 29 Turbinen der Hersteller Nordex, Vestas, Senvion und Eno. Die Windenergieanlagen wurden für Spezial-AIF und Wertpapierstrukturen erworben, an denen institutionelle Investoren beteiligt sind. Die LHI Gruppe managed in ihren Erneuerbaren Energien Portfolien insgesamt 13 Windparks und 22 Photovoltaikfreiflächenanlagen mit einer Kapazität von mehr als 400 Megawatt. Bezogen auf die Nennleistung entfallen 53 Prozent auf Solar- und 47 Prozent auf Windenergie. Insgesamt investierte die LHI mittlerweile 922 Millionen Euro in Erneuerbare Energien.
  • Patrizia verkauft Glasmacherviertel in Düsseldorf

    Die Patrizia Immobilien AG hat das Glasmacherviertel in Düsseldorf, ein 200.000 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem 1.500 neue Wohnungen entstehen sollen, verkauft. Käufer ist die niederländische Brack Capital Properties NV. Über den Kaufpreis schweigen sich die Parteien aus.
  • Isaria Wohnbau AG erweitert Vorstand

    Henrik Stratz und Gerhard Wirth verantworten ab Januar 2018 das operative Geschäft im Vorstand. Der bisherige Alleinvorstand Michael Haupt wechselt in den Aufsichtsrat. Henrik Stratz ist eine Hausbesetzung, er leitete zuletzt als Director Real Estate weitgehend das operative Geschäft. Gerhard Wirth kommt vom Projektmanagement der CBRE. Die Isaria Wohnbau AG ist aus der JK Wohnbau AG hervorgegangen, die 2010 an die Börse ging aber spätestens 2012 in finanzielle Schieflage geriet. Michael Haupt, zuvor bei Bouwfonds in Berlin, übernahm das Ruder und schaffte den Turn-around. 2016 wurde die Aktie delisted. Alle Projektfinanzierungsfonds der Tochtergesellschaft One Capital wurden im fondstelegramm analysiert.
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Angebot. Eine Zeichnung ist ab 3.000 Euro möglich. Ein Agio wird im Direktvertrieb nicht erhoben. Externe Vermittler können ein Agio von bis zu 2,5 Prozent erheben. Die Verzinsung der Genussrechte beträgt sechs Prozent bei einer Mindestlaufzeit bis 31. Dezember 2018. Sofern das Genussrecht nicht fristgerecht gekündigt wird, verlängert sich die Laufzeit jeweils um zwei Jahre, längstens bis 31. Dezember 2030. Die Kündigungsfrist beträgt ein Jahr.
Das geplante Genussrechtskapital beträgt 2,5 Millionen Euro. Es soll bis spätestens Ende des Jahres platziert werden. Für die Platzierung des Genussrechtskapitals sind lediglich 50.000 Euro an Provisionen eingeplant. Das sind gerade mal zwei Prozent des Genussrechtskapitals. Hinzu kommt gegebenenfalls noch das Agio, sofern der Vertrieb über fremde Dritte erfolgt.

Unternehmen. Emittentin der Genussrechte ist die Murphy & Spitz Green Energy AG mit Sitz in Bonn. Die Gesellschaft wurde im Juli 2009 mit einem Grundkapital von 500.000 Euro gegründet. Der alleinige Vorstand Philipp Spitz studierte Politische Wissenschaften, Wirtschaftsgeschichte und Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. Philipp Spitz arbeitete unter anderen im Equity Research einer deutschen Großbank und bei einer Vermögensverwaltung. Seit 1999 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Murphy & Spitz Umwelt Consult GmbH beziehungsweise der Vorgängergesellschaft.
Sämtliche Anteile der Murphy & Spitz Green Energy AG werden von der Murphy & Spitz Green Capital AG gehalten. Die Murphy & Spitz Green Capital AG ist eine börsennotierte Gesellschaft mit Fokus auf nachhaltige Geldanlagen und Erzeugung regenerativer Energie. Gesellschafter sind rund 150 Aktionäre. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei rund 50 Euro-Cent. Ein Penny-Stock also.
Zur Unternehmensgruppe gehört ferner die Murphy & Spitz Umwelt Consult GmbH. Diese Gesellschaft hat nach eigenen Angaben in der Vergangenheit diverse Photovoltaikprojekte entwickelt und finanziert sowie an der Entwicklung und Finanzierung verschiedener Projekte auf Dächern und auf Freiflächen mitgewirkt.

Geschäftsmodell. Unternehmensziel ist die Erzielung langfristig stabiler und gut planbarer Einnahmen aus dem Betrieb von Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland und Europa. Bisher wurden gut elf Millionen Euro in neun Photovoltaik- und eine Windenergieanlage investiert. Die Photovoltaikanlagen befinden sich in Brandenburg und Tschechien, sie haben eine Nennleistung von rund 2,5 MWp. Die Windkraftanlage steht im Landkreis Paderborn und verfügt über eine Nennleistung von zwei Megawatt.

Bisherige Emissionen. In der Vergangenheit wurden folgende Vermögensanlagen platziert:
- Ein Genussrecht aus 2009/10 mit einer Verzinsung von 6,5 Prozent und einem Zeichnungsvolumen von 1,2 Millionen Euro. Es kann erstmals zum 31. Dezember 2014 gekündigt werden.
- Eine Solarzins-Anleihe mit einer Verzinsung von 6,2 Prozent und einem Platzierungsvolumen von knapp 2,2 Millionen Euro. Die Anleihe hat eine unbegrenzte Laufzeit und kann erstmalig zum 31. Dezember 2015 gekündigt werden.
- Ein Genussrecht Photovoltaik 2011 mit einer Verzinsung von 4,8 Prozent bis 31. Dezember 2014 und anschließend 6,2 Prozent und einem Zeichnungsvolumen von knapp 0,8 Millionen Euro. Es kann erstmals zum 31. Dezember 2014 gekündigt werden.
Gemäß Geschäftsführung der Murphy & Spitz Green Energay AG sind die bosherigen Emissionen plangemäß bedient worden.

Unscharfe Investitionskriterien. Es ist geplant, das Genussrechtskapital zum Erwerb von Erneuerbare-Energien-Anlagen in Deutschland und Europa zu verwenden, vorrangig für Photovoltaik- und für Windenergieanlagen. Beim Erwerb können auch Projektgesellschaften erworben werden, die die Erneuerbare-Energien-Anlagen betreiben. Der konkrete Einsatz des Genussrechtkapitals liegt dabei im alleinigen Ermessen der Unternehmensleitung. Da die einzelnen Investitionsvorhaben zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung noch nicht fest standen, müssen die Anleger auf die Entscheidungskompetenz der Emittentin vertrauen. Sinnvoll wäre an dieser Stelle die Definition von eindeutigen Investitionskriterien, an die die Emittentin gebunden ist. Nicht zuletzt deshalb, weil das Genussrechtskapital in das allgemeine Vermögen des Unternehmens fließt. Somit besteht das Risiko, dass es auch zur Deckung laufender Aufwendungen eingesetzt werden könnte und damit nicht Ertrag bringend investiert wird.

Genussrechtsbedingungen. Die Genussrechte nehmen nicht am Gewinn und Verlust der Gesellschaft teil. Sie sind mit einem festen Zinssatz von sechs Prozent ausgestattet. Die Auszahlung der Zinsen erfolgt halbjährlich. Ein Anspruch auf Zinszahlung besteht allerdings nur, wenn am 31. Dezember und 30. Juni der so genannte „unverpfändete Finanzmittelfonds“ eine ausreichende Liquidität aufweist. Verpfändete Zahlungsmittel sind dabei definiert als die zugunsten Dritter verpfändeten Mittel, insbesondere zugunsten von Kreditinstituten zur Besicherung von Bankkrediten, oder anderweitig aufgrund von vertraglichen Verpflichtungen nicht frei verfügbare Mittel. Kann keine oder keine vollständige Zinszahlung geleistet werden, so erhöhen die entfallenen Beträge den Zahlungsanspruch der Folgeperiode entsprechend.
Auch die Rückzahlung der Genussrechte erfolgt nur vorbehaltlich des Bestehens eines positiven, unverpfändeten Finanzmittelfonds. Zudem steht die Rückzahlung unter dem Vorbehalt, dass sie nicht der Grund für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens werden darf.

Nachrangigkeit der Genussrechte. Die Forderungen aus Genussrechten stehen den Forderungen aller anderen nicht nachrangigen Gläubiger im Rang nach. Im Falle eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen oder der Liquidation der Emittentin werden die Genussrechte erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger und vorrangig vor allen Gesellschaftern bedient. Die Namensgenussrechte gewähren darüber hinaus keinen Anteil am Liquidationserlös.

Steuerliche Betrachtung. Die Zinsen aus den Genussrechten führen bei Anlegern, die ihre Anteile im Privatvermögen halten, zu Einkünften aus Kapitalvermögen. Sie unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Abgeltungssteuer.

Produktgattung Genussrechte. Bei Genusscheinen handelt es sich um eine Vermögensanlage mit geringer staatlicher Kontrolle und ohne Einlagensicherung. Auch die Anleger selbst haben kaum Rechte. Im Gegensatz zu einem KG-Fonds haben Sie kein Teilnahmerecht an der Gesellschafterversammlung und somit auch keine Mitwirkungs-, Stimm- und Kontrollrechte. Sind die Genussrechte wie im vorliegenden Fall so ausgestaltet, dass sie bilanziell als Fremdkapital zu qualifizieren sind, hat das zwar den Vorteil, dass die Anleger grundsätzlich einen gewinnunabhängigen Zinsanspruch haben. Fraglich ist allerdings, wie werthaltig ein solcher Anspruch ist. Verfügt die Gesellschaft nur über ein geringes Eigenkapital und werden Investitionen weitestgehend mit Fremdkapital finanziert, dann stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln dieser nachrangige Anspruch bedient werden soll, wenn die laufenden Erträge nicht ausreichen oder gar ein Verlust erzielt wird. Attraktiv im Vergleich zu einem KG-Fonds erscheinen zwar die vergleichsweise kurze Mindestlaufzeit beziehungsweise die regelmäßigen Kündigungsrechte. Hier ist allerdings zu bedenken, dass bisher noch kaum ein Anbieter von Genussrechten den Nachweis erbringen musste, dass er die Rückzahlung auch leisten kann, wenn eine Vielzahl von Anlegern gleichzeitig kündigt. KG-Fonds sind zwar in der Regel langfristig prospektiert, die Anleger können aber jederzeit den Verkauf der Investitionsobjekte beschließen. Allerdings bedarf es bei KG-Fonds einer kollektiven Entscheidung, während ein Genussrecht individuell gekündigt werden kann. Ein wesentlicher Vorteil von Genussrechten ist auf jeden Fall die oft deutlich geringere Kostenbelastung.

fondstelegramm-Meinung: Letztlich handelt es sich um ein Semi-Blindpool-Angebot. Anhand der ersten Investitionen können Anleger einen Eindruck von der Investitionsphilosophie bekommen. Die bisherigen Investitionen erfolgten kleinteilig und gut diversifiziert, generieren damit aber gegebenenfalls erhöhte Betreuungskosten. Für die neu einzuwerbenden Gelder fehlt es leider an klaren Investitionskriterien. Unschön ist ferner, dass die Gelder im Zweifelsfall sogar für laufende Ausgaben, also nicht für Investitionen genutzt werden können. Fraglich ist ferner, ob Genussrechte wirklich die bessere Alternative zu einer KG-Beteiligung sind. Verfügt das Unternehmen über wenig Eigenkapital und Rücklagen, besteht insbesondere in Verlustjahren die Gefahr, dass Zins- oder Rückzahlung gefährdet sind, obwohl die Gelder formal nicht am Verlust beteiligt werden. Das hilft aber bei bilanzieller Überschuldung und Illiquidität, was in der Regel zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens führt, auch nicht weiter. Andererseits profitieren die Anleger durch den festen Zinssatz nicht von möglichen Mehrerträgen.
Der Anbieter hat Erfahrung, das Vehikel Genussrecht gegenüber einer KG-Beteiligung ein paar Nachteile
Dr. Tilman Welther

Editorial

Der reflexartige Ruf nach mehr Regulierung

Diese Woche hat der "Marktwächter Finanzen", eine Initiative der Verbraucherzentralen, eine Studie zu Crowdinvesting vorgelegt. Sie kommt zum Ergebnis, dass die Verträge und die VIBs der Projekte häufig unvollständige oder widersprüchliche Informationen bieten würden. Dazu wurden Angebotsunterlagen von 83 Projekten auf 33 Plattformen untersucht. ...

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