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Positionswechsel bei der eFonds AG
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Murphy & Spitz: Genussrecht Sonne + Wind 2018

Semi-Blindpool ohne klare Investitionskriterien

05.05.2013, von fondstelegramm
ftx - aktuelle News
  • Positionswechsel bei der eFonds AG

    Der Aufsichtsrat der eFonds AG hat Reiner Seelheim mit sofortiger Wirkung zum Vorstandsvorsitzenden berufen. Gleichzeitig übernimmt Alexander Betz, der bisher diese Position innehatte, den Vorsitz des Aufsichtsrats. Reiner Seelheim war seit 2010 Mitglied des Aufsichtsrats und seit 2012 dessen Vorsitzender.
  • Bafin untersagt „Teakinvestment“-Angebot von Life Forestry

    Die Bafin hat das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Teakinvestment“ über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Teakbäumen in Costa Rica und Ecuador in Deutschland untersagt. Anbieter ist die Life Forestry Switzerland AG, die aber keinen von der Bafin gebilligten Prospekt für diese Vermögensanlage veröffentlicht hat.
  • Briese und Oltmann emittieren Schiffsfonds

    Die Briese Service Management GmbH begibt eine KG-Beteiligung nach Vermögensanalgengesetz am Mehrzweckfrachter „MS Bootes“. Das Fondsvolumen beträgt 8,7 Millionen Euro, davon knapp 5 Millionen Euro Eigenkapital, das ab 20.000 Euro gezeichnet werden kann. Geplante Laufzeit ist 16 Jahre.
  • LHI erwirbt Bürogebäude in Konstanz für neuen Publikums-AIF

    Noch in diesem Jahr will LHI mit einem neuen AIF auf den Markt kommen. Zur Bestückung des Portfolios hat LHI ein 1990 errichtetes Büroobjekt, das „Max-Areal“ in Konstanz, erworben. Es hat rund 4.500 qm Mietfläche und 68 Stellplätze. Verkäufer ist die ortsansässige Dr. Lang Group. Das Objekt ist vollständig an sieben Parteien vermietet.
  • Union Investment kauft Hotel in USA für UniImmo:Global

    Union Investment hat in Charleston, South Carolina eine Hotelimmobilie erworben. Das 2015 eröffnete Objekt vereint zwei Hyatt-Hotelkonzepte unter einem Dach: Zum einen ein Apartmenthotel für längerfristige Aufenthalte, zum anderen ein Hyatt Place, eine Marke aus dem gehobenen Hotelsegment, zusammen umfasst das Objekt 300 Zimmer. Die Hotels sind für einen Zeitraum von 30 Jahren an den Betreiber, die Pyramid Hotel Group, verpachtet. Union Investment bringt die Hotelimmobilie in den Bestand Ihres Offenen Immobilien-Publikumsfonds UniImmo: Global ein.
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Angebot. Eine Zeichnung ist ab 3.000 Euro möglich. Ein Agio wird im Direktvertrieb nicht erhoben. Externe Vermittler können ein Agio von bis zu 2,5 Prozent erheben. Die Verzinsung der Genussrechte beträgt sechs Prozent bei einer Mindestlaufzeit bis 31. Dezember 2018. Sofern das Genussrecht nicht fristgerecht gekündigt wird, verlängert sich die Laufzeit jeweils um zwei Jahre, längstens bis 31. Dezember 2030. Die Kündigungsfrist beträgt ein Jahr.
Das geplante Genussrechtskapital beträgt 2,5 Millionen Euro. Es soll bis spätestens Ende des Jahres platziert werden. Für die Platzierung des Genussrechtskapitals sind lediglich 50.000 Euro an Provisionen eingeplant. Das sind gerade mal zwei Prozent des Genussrechtskapitals. Hinzu kommt gegebenenfalls noch das Agio, sofern der Vertrieb über fremde Dritte erfolgt.

Unternehmen. Emittentin der Genussrechte ist die Murphy & Spitz Green Energy AG mit Sitz in Bonn. Die Gesellschaft wurde im Juli 2009 mit einem Grundkapital von 500.000 Euro gegründet. Der alleinige Vorstand Philipp Spitz studierte Politische Wissenschaften, Wirtschaftsgeschichte und Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. Philipp Spitz arbeitete unter anderen im Equity Research einer deutschen Großbank und bei einer Vermögensverwaltung. Seit 1999 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Murphy & Spitz Umwelt Consult GmbH beziehungsweise der Vorgängergesellschaft.
Sämtliche Anteile der Murphy & Spitz Green Energy AG werden von der Murphy & Spitz Green Capital AG gehalten. Die Murphy & Spitz Green Capital AG ist eine börsennotierte Gesellschaft mit Fokus auf nachhaltige Geldanlagen und Erzeugung regenerativer Energie. Gesellschafter sind rund 150 Aktionäre. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei rund 50 Euro-Cent. Ein Penny-Stock also.
Zur Unternehmensgruppe gehört ferner die Murphy & Spitz Umwelt Consult GmbH. Diese Gesellschaft hat nach eigenen Angaben in der Vergangenheit diverse Photovoltaikprojekte entwickelt und finanziert sowie an der Entwicklung und Finanzierung verschiedener Projekte auf Dächern und auf Freiflächen mitgewirkt.

Geschäftsmodell. Unternehmensziel ist die Erzielung langfristig stabiler und gut planbarer Einnahmen aus dem Betrieb von Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland und Europa. Bisher wurden gut elf Millionen Euro in neun Photovoltaik- und eine Windenergieanlage investiert. Die Photovoltaikanlagen befinden sich in Brandenburg und Tschechien, sie haben eine Nennleistung von rund 2,5 MWp. Die Windkraftanlage steht im Landkreis Paderborn und verfügt über eine Nennleistung von zwei Megawatt.

Bisherige Emissionen. In der Vergangenheit wurden folgende Vermögensanlagen platziert:
- Ein Genussrecht aus 2009/10 mit einer Verzinsung von 6,5 Prozent und einem Zeichnungsvolumen von 1,2 Millionen Euro. Es kann erstmals zum 31. Dezember 2014 gekündigt werden.
- Eine Solarzins-Anleihe mit einer Verzinsung von 6,2 Prozent und einem Platzierungsvolumen von knapp 2,2 Millionen Euro. Die Anleihe hat eine unbegrenzte Laufzeit und kann erstmalig zum 31. Dezember 2015 gekündigt werden.
- Ein Genussrecht Photovoltaik 2011 mit einer Verzinsung von 4,8 Prozent bis 31. Dezember 2014 und anschließend 6,2 Prozent und einem Zeichnungsvolumen von knapp 0,8 Millionen Euro. Es kann erstmals zum 31. Dezember 2014 gekündigt werden.
Gemäß Geschäftsführung der Murphy & Spitz Green Energay AG sind die bosherigen Emissionen plangemäß bedient worden.

Unscharfe Investitionskriterien. Es ist geplant, das Genussrechtskapital zum Erwerb von Erneuerbare-Energien-Anlagen in Deutschland und Europa zu verwenden, vorrangig für Photovoltaik- und für Windenergieanlagen. Beim Erwerb können auch Projektgesellschaften erworben werden, die die Erneuerbare-Energien-Anlagen betreiben. Der konkrete Einsatz des Genussrechtkapitals liegt dabei im alleinigen Ermessen der Unternehmensleitung. Da die einzelnen Investitionsvorhaben zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung noch nicht fest standen, müssen die Anleger auf die Entscheidungskompetenz der Emittentin vertrauen. Sinnvoll wäre an dieser Stelle die Definition von eindeutigen Investitionskriterien, an die die Emittentin gebunden ist. Nicht zuletzt deshalb, weil das Genussrechtskapital in das allgemeine Vermögen des Unternehmens fließt. Somit besteht das Risiko, dass es auch zur Deckung laufender Aufwendungen eingesetzt werden könnte und damit nicht Ertrag bringend investiert wird.

Genussrechtsbedingungen. Die Genussrechte nehmen nicht am Gewinn und Verlust der Gesellschaft teil. Sie sind mit einem festen Zinssatz von sechs Prozent ausgestattet. Die Auszahlung der Zinsen erfolgt halbjährlich. Ein Anspruch auf Zinszahlung besteht allerdings nur, wenn am 31. Dezember und 30. Juni der so genannte „unverpfändete Finanzmittelfonds“ eine ausreichende Liquidität aufweist. Verpfändete Zahlungsmittel sind dabei definiert als die zugunsten Dritter verpfändeten Mittel, insbesondere zugunsten von Kreditinstituten zur Besicherung von Bankkrediten, oder anderweitig aufgrund von vertraglichen Verpflichtungen nicht frei verfügbare Mittel. Kann keine oder keine vollständige Zinszahlung geleistet werden, so erhöhen die entfallenen Beträge den Zahlungsanspruch der Folgeperiode entsprechend.
Auch die Rückzahlung der Genussrechte erfolgt nur vorbehaltlich des Bestehens eines positiven, unverpfändeten Finanzmittelfonds. Zudem steht die Rückzahlung unter dem Vorbehalt, dass sie nicht der Grund für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens werden darf.

Nachrangigkeit der Genussrechte. Die Forderungen aus Genussrechten stehen den Forderungen aller anderen nicht nachrangigen Gläubiger im Rang nach. Im Falle eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen oder der Liquidation der Emittentin werden die Genussrechte erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger und vorrangig vor allen Gesellschaftern bedient. Die Namensgenussrechte gewähren darüber hinaus keinen Anteil am Liquidationserlös.

Steuerliche Betrachtung. Die Zinsen aus den Genussrechten führen bei Anlegern, die ihre Anteile im Privatvermögen halten, zu Einkünften aus Kapitalvermögen. Sie unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Abgeltungssteuer.

Produktgattung Genussrechte. Bei Genusscheinen handelt es sich um eine Vermögensanlage mit geringer staatlicher Kontrolle und ohne Einlagensicherung. Auch die Anleger selbst haben kaum Rechte. Im Gegensatz zu einem KG-Fonds haben Sie kein Teilnahmerecht an der Gesellschafterversammlung und somit auch keine Mitwirkungs-, Stimm- und Kontrollrechte. Sind die Genussrechte wie im vorliegenden Fall so ausgestaltet, dass sie bilanziell als Fremdkapital zu qualifizieren sind, hat das zwar den Vorteil, dass die Anleger grundsätzlich einen gewinnunabhängigen Zinsanspruch haben. Fraglich ist allerdings, wie werthaltig ein solcher Anspruch ist. Verfügt die Gesellschaft nur über ein geringes Eigenkapital und werden Investitionen weitestgehend mit Fremdkapital finanziert, dann stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln dieser nachrangige Anspruch bedient werden soll, wenn die laufenden Erträge nicht ausreichen oder gar ein Verlust erzielt wird. Attraktiv im Vergleich zu einem KG-Fonds erscheinen zwar die vergleichsweise kurze Mindestlaufzeit beziehungsweise die regelmäßigen Kündigungsrechte. Hier ist allerdings zu bedenken, dass bisher noch kaum ein Anbieter von Genussrechten den Nachweis erbringen musste, dass er die Rückzahlung auch leisten kann, wenn eine Vielzahl von Anlegern gleichzeitig kündigt. KG-Fonds sind zwar in der Regel langfristig prospektiert, die Anleger können aber jederzeit den Verkauf der Investitionsobjekte beschließen. Allerdings bedarf es bei KG-Fonds einer kollektiven Entscheidung, während ein Genussrecht individuell gekündigt werden kann. Ein wesentlicher Vorteil von Genussrechten ist auf jeden Fall die oft deutlich geringere Kostenbelastung.

fondstelegramm-Meinung: Letztlich handelt es sich um ein Semi-Blindpool-Angebot. Anhand der ersten Investitionen können Anleger einen Eindruck von der Investitionsphilosophie bekommen. Die bisherigen Investitionen erfolgten kleinteilig und gut diversifiziert, generieren damit aber gegebenenfalls erhöhte Betreuungskosten. Für die neu einzuwerbenden Gelder fehlt es leider an klaren Investitionskriterien. Unschön ist ferner, dass die Gelder im Zweifelsfall sogar für laufende Ausgaben, also nicht für Investitionen genutzt werden können. Fraglich ist ferner, ob Genussrechte wirklich die bessere Alternative zu einer KG-Beteiligung sind. Verfügt das Unternehmen über wenig Eigenkapital und Rücklagen, besteht insbesondere in Verlustjahren die Gefahr, dass Zins- oder Rückzahlung gefährdet sind, obwohl die Gelder formal nicht am Verlust beteiligt werden. Das hilft aber bei bilanzieller Überschuldung und Illiquidität, was in der Regel zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens führt, auch nicht weiter. Andererseits profitieren die Anleger durch den festen Zinssatz nicht von möglichen Mehrerträgen.
Der Anbieter hat Erfahrung, das Vehikel Genussrecht gegenüber einer KG-Beteiligung ein paar Nachteile
Dr. Tilman Welther

Editorial

Mietpreisbremse reloaded

Die Bilanz nach Einführung der Mietpreisbremse vor drei Jahren fällt einigermaßen ernüchternd aus. Den weiteren Anstieg von Wohnungsmieten in besonders begehrten Ballungszentren konnte sie jedenfalls nicht verhindern. Entsprechend hat die Bundesregierung schon im Koalitionsvertrag verfügt, dass sie da nachbessern werde. Das Kabinett hat der neue Gesetzentwurf schon passiert und vergangene Woche wurde er in den Bundestag eingebracht. ...

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